Maxim Wakultschik: Reflektieren, Flimmern, Rieseln

April 2019

Begleittext zur Ausstellung in der Galerie Seidel

Farben reflektieren einander, flimmern, verwaschen und verschwimmen, tropfen ins Auge des Betrachters, formen FarbverlĂ€ufe. In einem Moment steht jede Farbe noch fĂŒr sich, im nĂ€chsten vermischen sie sich und bilden ein Ganzes, eine sich stets verĂ€ndernde Einheit.

In seiner neuen Ausstellung Reflektieren, Flimmern, Rieseln in der Kölner Galerie Seidel stellt der DĂŒsseldorfer Mixed-Media-KĂŒnstler Maxim Wakultschik neue Werke aus seiner Serie der flachen Optical Portraits vor und damit gleich auch ganz neue visuellen Fragen:

In Überlegungen zur Lichtbrechung erkundet Wakultschik die Wirkung, die durch die Aufteilung des Lichtstrahls auf der WasseroberflĂ€che entsteht und hinterfragt dabei gleichzeitig das Wesen seines bevorzugten Materials Holz. Stets auf der Suche nach visuellen Grenzerfahrungen, verabschiedet er sich von der Wahrnehmung des Holzes als festes Material und inszeniert es wie eine FlĂŒssigkeit, die ĂŒber die OberflĂ€che rieselt und in vorgegebene Richtungen strömt. Immer sanft an der GrenzflĂ€che zwischen den Medien Malerei und Skulptur schaukelnd, erhalten Wakultschiks flache optischen PortrĂ€ts durch faszinierende prismatische Farberscheinungen und changierendes Lichtflimmern eine liquide QualitĂ€t mit fließender Optik und stark abstrahierten Motiven. Farbe, Motiv, Licht rinnen ĂŒber die OberflĂ€che, brechen sich an deren Struktur, stehen in Bezug zueinander und bedingen einander.

Das Ergebnis sind Werke von glĂ€nzender Strahlkraft und ganz neuen EindrĂŒcken, wobei auch hier der Perspektivwechsel der Kompass ist, um den tieferen Zugang und den eigenen Weg durch Wakultschiks Kunstkosmos zu finden. Als Fixstern, um den herum alle Variation von Lichtspiel und Farbwirkung rotieren, ist die Änderung der eigenen Sichtweise das unverĂ€ndert zentrale Motiv in Wakultschiks Schaffen. In Reflektieren, Flimmern, Rieseln nĂ€hert er sich diesem Wahrnehmungswechsel in neuer, eleganter Weise und lĂ€dt uns ein, in diese fĂŒr ihn wegweisende Technik einzutauchen.

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